Corona - Alltag, Familie & Leben, Familienleben, Gastbeiträge
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11./12. Woche 05.06.2020 – 83 Tage „nur wir und ein paar ausgewählte Andere“

Wenn ich Kindern beim Spielen zuschauen, fällt mir immer wieder auf, wie individuell sie mit Problemen und ihren Lösungen umgehen. Nehmen wir zum Beispiel ein Puzzle: während der eine kleine Mensch zuerst die Randstücke raussucht und den Rahmen zusammensteckt, sortiert der nächste nach Farben und ein dritter probiert wild darauf los. Und beim nächsten Versuch merkt einer dann vielleicht, dass sein Vorgehen gar nicht so praktisch war und versucht sich an einer anderen Struktur. Warum mir das in letzter Zeit immer häufiger auffällt? Weil genauso erfahrungslos und neu die Coronazeit für uns alle war. Für uns als Menschen mit Familie, für die Politiker, selbst für die Virologen. Keiner wusste, welche Lösung, welche Vorgehensweise, welche Verbote, welche Beschränkungen zielführend und am Besten sind. In Deutschland wurde nicht  einheitlich für den ganzen Staat vorgegangen, nicht einmal einheitlich in einem ganzen Bundesland.

 

Ich finde es daher super spannend jetzt zu sehen, wie sich das Leben aufgrund der Entscheidungen in der Vergangenheit geändert hat. In Deutschland ist Corona im Alltag angekommen. Schlangen an Kassen, die durch die Mindestabstände besonders lang aussehen, Masken im Straßenbild, häufigeres Händewaschen, kein Händeschütteln, Homeoffices – all das gehört jetzt irgendwie dazu. Klar, auf dem eigentlich immer vollen Spielplatz an der Karl-Heine-Straße vergisst man das ganz schnell – wenn man sich nicht gerade eine Waffel und einen Kaffee holt, die jetzt auf Einweggeschirr serviert werden.

 

Und während wir schon gar nicht mehr ohne Maske aus dem Haus gehen, vielleicht sogar eine kleine Sammlung dieses neuen Kleidungsstücks angelegt haben, weiß ich, wo Masken überhaupt kein Thema sind: in den Niederlanden. Nur im öffentlichen Personennahverkehr müssen diese getragen werden. Und das führt zu einem ganz anderen Bild, wenn man draußen unterwegs ist. Man kann Corona nämlich nicht sehen. Und seit dem 01.06.2020 haben auch alle Restaurants in den Niederlanden wieder geöffnet und am Eröffnungstag musste man einen Platz reservieren, weil alles mit Besuchern gefüllt war.

 

Ja, es ist schon wieder schön, ein bisschen unbesorgter sein zu können. Ein bisschen freier. Ein bisschen normaler. Wie beim Puzzeln ist das aber kein Wettlauf: es geht darum, dass sich ein großes Bild formt, eines was ohne Lücken auskommt und wo sich alle Teile wieder zusammenfügen. Vielleicht ist es ja bald wieder so weit. Dann legen wir die Stücke wieder in ihre Box und verschließen sie.

 

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