Leitartikel, Stadtleben
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Mit Oma am Boxsack – Die „Elternhilfe Leipzig“ therapiert Familien von krebskranken Kindern

Seit 30 Jahren unterstützt die „Elternhilfe für krebskranke Kinder Leipzig e. V.“ Familien, die gerade die vermutlich schlimmste Zeit ihres Lebens durchmachen. Der Verein betreut krebskranke Kinder und deren Angehörige während und nach der Chemotherapie – das alles komplett spendenfinanziert.

 

Markus Wulftange ist auf dem Weg zu seinen kleinen Patienten. Bevor er auf Station geht, bereitet er die Sportstunden für seine Schützlinge vor, ganz nach deren Alter und Verfassung. „Mit meinen jüngsten Patienten spiele ich das Pippi-Langstrumpf-Spiel, sie dürfen nicht den Boden berühren, da geht es über Tisch und Bänke“, erklärt der gelernte Sporttherapeut. „Hautsache sie blieben in Bewegung, gerade die ganz Kleinen sollen das Laufen nicht verlernen. Die älteren Kinder wollen sich hingegen auspowern und ihren Frust und die Aggressionen über diese schreckliche Krankheit loswerden.“

Mit Oma am Boxsack

Mehr als 20 Jahre arbeitet Markus Wulftange in dem Verein, der von betroffenen Eltern gegründet wurde, die sich mit ihrem Schicksal alleingelassen fühlten. Die Krebserkrankung eines Kindes ist eine enorme Belastung  – auch für die Angehörigen. Daher steht die ganze Familie im Fokus. „Die Oma eines erkrankten Kindes habe ich auch schon mal auf den Boxsack eindreschen lassen. Das Problem war danach nicht weg, aber sie konnte Dampf ablassen. Das tut wahnsinnig gut.“ Zwischen sechs und acht Monaten dauert im Schnitt die Betreuung der erkrankten Kinder und ihren Familien. Sie werden von einem Team aus PsychologInnen, SozialarbeiterInnen, Sport-, Musik- und KunsttherapeutInnen sowie ErlebnispädagogIinnen betreut. Und zwar vom Tag der Diagnosestellung bis in die Zeit der Nachsorge sowie, im schlimmsten Falle, in Palliativ- und Trauersituationen.

Markus Wulftange und einer seiner kleinen Patienten beim Sport. Foto: Dieter Grundmann

Wie sieht’s im Himmel aus?

„Während des Sports reden die Kinder mit mir über das was sie beschäftigt“, erzählt Wulftange. „Das sind keine Gespräche über das Wetter. Das geht viel tiefer. Ein kleiner Junge fragte mich einmal, wie es im Himmel aussähe. Ein Mädchen wollte wissen, ob schon Kinder an ihrer Erkrankung gestorben sein. Die Arbeit mit den Kindern ist so enorm wichtig. Die Vorstellung, dass es diese Betreuung nicht mehr gebe … die ist nicht auszuhalten.“ (ise)

Klein Kämpfer! Beim jährlichen Benefizlauf gegen Krebs gehen auch die Kinder an den Start, die dem Krebs den Kampf angesagt haben. Foto: Daniel Uhlmann

Unterstützung für die „Elternhilfe für krebskranke Kinder Leipzig e. V.“

 

Auch der kleinste Beitrag hilft, die Angebote für betroffene Familien weiterhin zu ermöglichen. Der Verein finanziert sich zu nahezu 100% aus Spenden. Wirklich jeder Euro zählt!

Volksbank Leipzig
IBAN: DE25860956040320093333
BIC: GENODEF1LVB

Weitere Informationen zu der großartigen Arbeit des Vereins gib es hier.

 

 

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