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Corona Tagebuch: Eine Woche „nur wir“

17.05.2020 – 64 Tage „nur wir“

 

Zu schade eigentlich, dass man das Wort „gleich“ nicht steigern kann. „Am Gleichestens“ würde nämlich die letzten Tage sehr gut beschreiben. Nachdem die Aufregung der ersten Tage in der Coronazeit von Hochs und Tiefs abgewechselt wurde, ist jetzt irgendwie die Luft raus. Jeder Tag ist sowie der Tag zuvor. Keine neuen Kuchenrezepte, keine neuen Spielideen, keine Motivation. Und zu dieser Kraftlosigkeit kam dann noch die Anstrengung des Immer-an-die-Maske-Denkens, des Abwägens-ob-der-Spielplatz-zu-voll-ist und des ständigen Händewaschens. Und dann, zack, boom, war es doch alles gleich wieder anders. Denn ich mache jetzt wieder Pläne. Für die Zukunft. Und nein, es ist nicht der nächste Einkaufsplan, den ich überdenke, sondern es sind wirklich und wahrhaftig Reisepläne. In der sehr nahen Zukunft. Und das fühlt sich gleichzeitig so gut und erfrischend und auch überraschend und anstrengend an. Öffnung der Grenzen, Wegfall der Quarantäne – das ging jetzt irgendwie doch so schnell, dass ich schon fast vergessen habe, wie lange ich in Ungewissheit darüber gelebt habe. Aber ich fühle jetzt auch wieder frische Energie in mir und bin gespannt, ob das Gefühl bleibt.

 

Noch etwas haben die letzten Tage mit sich gebracht: der Titel dieses Tagebuches muss geändert werden, denn jetzt sind es zwar fast immer noch „nur wir“, aber eben auch „und ein paar ausgewählte Andere“. Die ersten Treffen mit einem Freund und einer Freundin wurden geplant. Der Besuch der Oma hat sich angekündigt. Ich freu mich, bin ganz aufgeregt.

Aber dieses komische Gefühl im Bauch, das ist immer noch da. Die kleine unsichtbare Angst, dass wir die ganzen letzten Woche vielleicht umsonst Abstand zu allen gehalten haben und uns jetzt anstecken könnten. Ich mag nicht dran denken, wie lange uns dieses Gefühl noch begleiten wird. Aber es ist ein Gefühl so wie jedes andere: auch wenn es negativ ist, so hat es seine Berechtigung und einen Sinn und sollte nicht verdrängt werden.

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