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Corona, Chaos und Chancen – praktische Überlebens-Tipps

Sarah ist  Mama von Leo & Cecilia. Sie ist studierte Psychologin und Lebensberaterin,  Ehefrau und bloggt auf nopantstoday.

Sarah liebt: Kaffee, Produktivität, Städtetrips und Frida Kahlo.

Ihr Traumjob: Landärztin im Jahr 2027.

Niemals ohne: Lippenstift

Was gar nicht geht: Jazz.


 

Letztens habe ich auf meiner Mittagsrunde mit den Kids durch den Wald ein altes Lieblingslied wiederentdeckt. Der Text war nie passender als in der aktuellen Corona-Krise:

„Nichts ist mehr, wie es war
Es herrscht nur noch Chaos
Verrückt ist schon normal
Alles außer Kontrolle“
(Mono und Nikitaman, Außer Kontrolle)

Ich habe selten Worte gehört, die die aktuelle Lage besser beschreiben würden. Nichts ist grad mehr, wie es vorher war. Alle Dinge, die unseren Alltag so selbst verständlich geprägt haben, sind auf einmal weg. Keine Kita, keine Schule. Keine Treffen mit anderen Eltern und Freunden. Keine Großeltern, die mal eben einspringen können. Zoo-Dates wurden durch ZOOM-Dates ersetzt, (vielleicht) macht ihr Homeoffice oder Kurzarbeit. Sorgen und Ungewissheit. Wie sollen wir das schaffen? Können wir die Miete in drei Monaten noch bezahlen? Was wird aus den Plänen für die Sommerferien? Wann werden wir Oma und Opa wiedersehen?

Es ist völlig ok, sich überfordert zu fühlen.

Es ist eine absolute neue Situation, und keiner kann vorher wissen wie er darauf reagiert. Es ist ok, sich so zu fühlen, wie du dich grade fühlst. Angst ist normal. Panik ist normal. Wut. Freude, über die viele Zeit als Familie. Es ist ok, wenn sich deine Stimmung 27 mal pro Stunde ändert. Nimm jeden Tag wie er grade kommt, und denk nicht zu weit in die Zukunft. Wenn selbst ein Tag zu lang erscheint, geh von Minute zu Minute. Atme tief durch. Zähle bis 10 oder noch besser bis 20, wenn du das Gefühl hast, kurz vorm Explodieren zu stehen. Entschuldige dich, wenn du dich falsch verhalten hast und lass auch einfach mal „fünfe grade“ sein. Mach es dir nicht schwerer als nötig. Letzte Woche habe ich mich mit meinem Kind heftig über TOASTBROT gestritten. Am Ende hat sich keiner von uns beiden gut gefühlt. Diese verrückte Zeit ist vielleicht der perfekte Moment um sich selbst zu reflektieren. Warum reagieren wir immer wieder so? Warum fahren wir aus der Haut? Lebst du das Leben, so wie du es leben willst? Welche Beziehungen tuen dir gut?

Fühle dich nicht schlecht, weil du die Stunden bis zur Schlafenzeit berechnest.

Sie förmlich herbei flehst. Das ist ok. Du bist trotzdem eine gute Mama (oder Papa). Versuche dich gut um dich selbst zu kümmern, in dem Ausmaß in dem es gerade möglich ist. Und wenn es nur fünf Minuten mit Kaffee in der Sonne oder eine halbe Stunde Ruhe am frühen Morgen ist. Hab Gnade mit dir und den Menschen um dich herum. Die Kinder vermissen ihre Freunde und ihren Alltag genauso wie du. Vielleicht guckt ihr viel mehr Fernsehen als normal, vielleicht gibt dreimal am Tag Müsli weil deine Kinder nichts anderes essen wollen. Vielleicht streitet ihr mehr, weil ihr viel angespannter seid als sonst.

Hier sind fünf praktische Tipps für eure psychische Gesundheit, damit ihr möglichst gut durch den „Corona-Alltag“ kommt:

 

1. Frische Luft und Bewegung sind super wichtig. Wenn ihr keinen Garten habt, geht in den Wald oder in den Park. Scheucht die Kinder, macht Naturschatzsuchen, baut eine Bude. Fahrt Fahrrad oder Laufrad. Zum Glück ist Leipzig so grün und es gibt viele abgelegene Orte.

2. Sucht euch Hilfe. Wenn ihr das Gefühl habt, es läuft aus dem Ruder und ihr kriegt es alleine gerade nicht hin, ruft zum Beispiel beim Elterntelefon an: Das Elterntelefon ist: montags bis freitags von 9 – 11 Uhr, dienstags und donnerstags von 17-19 Uhr unter der Rufnummern 0800 – 111 0 550 erreichbar. Zusätzlich vom örtlichen Festnetz rund um Leipzig auch donnerstags von 11 – 13 Uhr. Es ist keine Schande, mal nicht weiter zu wissen und nach Unterstützung zu fragen.

3. Überlegt euch mal, wie viele Krisen ihr schon gemeistert habt. Auch diese wird vorübergehen.

4. Struktur, Struktur, Struktur. Auch wenn es Spaß macht, in den Tag hinein zu leben und den ganzen Tag im Pyjama rumzuhängen, versucht an Wochentagen an der Alltagsstruktur festzuhalten. Das gibt allen Familienmitgliedern Sicherheit und einen „Fahrplan“ für den Tag. Kinder mögen Rituale und Wiederholungen, und man muss nicht jeden Tagesordnungspunkt wieder neu verhandeln. Außerdem fällt es leichter wieder in den Post-Corona-Alltag zu starten, wenn irgendwann mal wieder Normalität einkehrt.

5. Sei nicht so streng zu dir selbst. Miss dich nicht an deinem „Normales Leben“-Maßstab und vergleiche dich auf keinen Fall. Versuch nicht, deine Situation mit der der Anderen zu vergleichen, egal ob du am Ende besser oder schlechter abschneidest. Ich habe in den letzten Wochen so oft Sätze gehört wie „XY hat es aber gut, ihr Mann ist auch daheim“, „.. hat ja nur ein Kind, wie einfach muss das sein, ein Kind ist kein Kind“, „meine kinderlosen Freunde haben es ja so gut, den ganzen Tag Netflix & Chill“, „Wenigstens hast du deine Famlie..“. Jeder hat in dieser Zeit Einbußen, Verluste und Herausforderungen. Es bringt nichts, sich andere Lebensumstände herbei zu wünschen. Nutze was du hast und sei dankbar dafür. Schreib dir vielleicht jeden Tag eine kleine Liste, mit drei schönen Dingen die an diesem Tag passiert sind.

Diesen Artikel möchte ich mit einem Zitat von @madamemoneypenny schließen:

„Verschwende niemals harte Zeiten ‼ Harte Zeiten sind vorübergehend und sind nicht für immer.
Wie du auf schwierige Zeiten reagierst, bestimmt wie du aus ihnen hervorgehst.“

In harten Zeiten müssen du und ich disziplinierter mit unserem täglichen Leben umgehen. Denk daran, du hast immer schwere Zeiten überstanden. Du wirst überleben, die Frage ist, wirst du aus dieser Zeit besser oder schlechter hervorgehen?

„Wir haben immer schwere Zeiten überstanden. Die Frage ist, wirst du aus dieser Zeit besser oder schlechter hervorgehen?“ Grant Cardone

Sei großartig, alles andere lohnt sich nicht.

 

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