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Dezembergrau

Der Tag beginnt schleppend. Zwischen jammerndem Kleinkind und kämpfendem Kitakind ist alles dabei- auch in mir. Der Blick ins Nebelige versagt mir den orientierenden Horizont und verschluckt meine Kraft zusehens.

Ich habe den Tag voller Erledigungen im Kopf, die doch durchkreuzt werden vom realen Alltag. Eine falsche Socke löst in meinem Kind eine Krise aus und während ich durch das Fenster seufzend ins Grau schaue, um mich zu sammeln, bekommt das Dezembergrau eine neue Nuance: Es lädt mich ein. das planvolle Abarbeiten meiner inneren Listen loszulassen und heute auch aufzugeben nach dem entfernten Horizont zu schielen. Dafür ist heute kein Raum. Heute darf ich mich ins Tasten und langsam sein hineingeben.

Während die Socke doch an den Fuß meines Kindes wandert, werfe ich dem in Watte gehüllten diffusen Licht ein Lächeln zu. Der Dezember ist zum Spüren und Achtsam sein wie geschaffen.

 

Mal ganz anders

Eltern und Kinder agieren manchmal wie ein geübter Schauspieler eines spannenden Theaterstückes. Oft ist das gut, um im Straßenverkehr oder bei Konzerten nicht viele Worte zu benötigen. Ich erreiche mein Kind dann mit wenigen Blicken. Das eingespielte Team greift jedoch auch bei wiederkehrenden Diskussionen, Trotzanfällen oder Herausforderungen. Wie wäre es, das Textbuch bewusst umzuschreiben und bei verheulten Abendessen durch einen ganz anderen Ort das Setting zu verändern? Wie wäre es, beim Anschnallen im Auto Grimassen-Wettkämpfe zu machen? Wie wäre es beim Aufräumen zu Hüpfen wie ein Gummiball? Ich kenne Eltern, die bewusst Flüstern, wenn sie ernst werden, anstatt immer lauter. Mal ganz anders sein- in Familie, Freundschaften und Ehen eine tolle Erfrischung.

 

Liebesbotschaft

Im Kommentieren sind wir ganz groß. Auch wortkarge Menschen können durch Blicke oder Gesten Zustimmung oder Missfallen ausdrücken. Wir kommentieren stetig und drücken so unsere innere Haltung zum Leben, zum Anderen und zu uns  aus. Um Kindern eine liebevolle Atmosphäre des Aufwachsens zu ermöglichen können wir uns üben kleine Botschaften der Liebe zu senden. Ein Zwinkern, wenn ein Grundschulkind sich im Witze erzählen versucht, ein freundliches Wort zur Begrüßung, eine kleine Berührung im Vorbeigehen. Gehirnforscher sind verblüfft, wie bei Schülern allein das positive Denken über das Kind als Lernsteigerung ankommt: Wortlos senden wir also Rückenwind, wenn wir denken: „ Du bist mutig , mein Kind, jeden Tag lernst du dazu!“ Und ganz ehrlich: wie sehr würde es uns guttun, wenn wir spüren: da denkt jemand Gutes über mich „Du bist mutig als Mama! Jeden Tag lernst du dazu!“. Durch Liebesbotschaften können wir Veränderer und Täter werden und lassen das Achselzucken hinter uns.

 

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